Svalbards Gletscher schmelzen

Rund 60 Prozent der Fläche Svalbards sind von Gletschern bedeckt. Das Norwegische Polarinstitut misst seit 1967 die Massenbilanz ausgewählter Gletscher auf Svalbard. Das ist eine der längsten zeitlich zusammenhängenden Messreihen, die je an arktischen Gletschern durchgeführt worden ist.

Der Krone-Gletscher im Kongsfjord kalbt.

Der Krone-Gletscher im Kongsfjord kalbt. Photo: Geir Wing Gabrielsen / Norwegishe Polarinstitut

Eine wichtige Motivation für die Messung der Massenbilanz ist es zu berechnen, wie viel das Abschmelzen der Gletscher Svalbards zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt. Der durchschnittliche globale Meeresspiegelanstieg beträgt derzeit ca. 3 mm pro Jahr. Etwa die Hälfte der Zunahme ist auf das Abschmelzen der "kleineren" Gletscher, d. h. aller Gletscher außerhalb Grönlands und der Antarktis, zurückzuführen, aber solche Schätzungen sind immer noch mit ziemlich großen Fehlern behaftet. Es ist daher wichtig, die Beiträge der verschiedenen vereisten Gebiete der Erde zum Anstieg des Meeresspiegels zu quantifizieren. Svalbard liefert dazu einen großen Beitrag, zumal ca. 10 Prozent der vereisten Fläche der Arktis (ohne Grönland) dort liegen.

Im Vergleich zu den weit vorgeschobenen Positionen der Gletscherfronten in den 1920er Jahren sind die Fronten weit zurückgewichen. Einige Gletscher, die früher ins Meer kalbten, liegen nun auf dem Trockenen. Seit 2001 ist die Netto-Massenbilanz der Gletscher überwiegend negativ. Sie schmelzen im Sommer mehr ab, als im Winter Schnee und Eis hinzu kommen, und diese Tendenz hat sich vor allem in den westlichen Teilen von Svalbard beschleunigt.

Svalbards Gletscher schmelzen relativ schnell ab, weil die Inselgruppe in einem relativ warmen Teil der Arktis liegt. Die Beschleunigung des Abschmelzens liegt daran, dass die Sommertemperaturen in der Arktis zunehmen. Diese Entwicklung ist im Einklang mit der von Gletschern andernorts sowie mit der Entwicklung in der Arktis insgesamt.